Die Industrie- und Handelskammer nimmt die Prüfungen ab. Es gilt hierbei grundlegend, dass die Prüfungen am Wohn- oder Arbeitsort abgelegt werden. Da allerdings nicht alle IHK-Zweigstellen sowohl im Frühjahr als auch im Herbst prüfen können, darf die Prüfung auch an einer anderen IHK-Stelle abgenommen werden. Bezüglich dieser Thematik empfiehlt es sich, frühzeitig Kontakt zu den jeweiligen Stellen aufzunehmen.

Voraussetzungen für die Prüfungszulassung müssen grundlegend erst zum Prüfungszeitpunkt vorgelegt werden bzw. erfüllt sein. Die IHK verfügt über Informationsmaterial bezüglich dieser Voraussetzungen und der Anmeldungsformalitäten. Zusätzlich bietet die IHK Ansprechpartner für einen persönlichen Kontakt zur umfangreichen Beratung.

Die Prüfung ist zweiteilig und umfasst folgende Inhalte:

Teil 1:
Dieser Teil prüft die fachrichtungsübergreifenden Basisqualifikationen (BQ) des Prüflings ab, welche für den IHK geprüften Industriemeister für Chemie benötigt werden:
– Fähigkeiten zum rechtsbewussten Handeln
– Fähigkeiten zum betriebswirtschaftlichen Handeln
– Anwendung von Methodiken der Information, Planung und Kommunikation
– Fähigkeit zur Zusammenarbeit auf betrieblicher Ebene
– Berücksichtigen von Gesetzmäßigkeiten naturwissenschaftlicher und technischer Natur

Teil 2:
Dieser Teil prüft die handlungsspezifischen Qualifikationen (HQ) des Prüflings, welche für den geprüften Industriemeister für Chemie (IHK) benötigt werden:
– Kenntnisse über chemische Produktion
– Kenntnisse der Organisation, Kommunikation und Führungsaufgaben
– Ein individuell wählbarer Schwerpunktbereich

Die Prüfungssatzung (Stand 2006) informiert über die gültigen Bedingungen der beiden Teile der Prüfung. Der Rahmenlehrplan für die Weiterbildung zum IHK geprüften Industriemeister für Chemie beinhaltet alle Informationen zum Nachlesen:

1. Voraussetzungen für den Bereich der fachbereichsübergreifenden Basisqualifikation (BQ) im ersten Prüfungsteil:
– Eine erfolgreiche Berufsausbildung in einem Beruf im Chemiebereich und mindestens ein Jahr Berufspraxis
Alternativ:
– Berufserfahrung von mindestens sechs Jahren

2. Voraussetzungen für den Bereich der handlungsspezifischen Qualifikationen (HQ)
– Der erste Prüfungsteil muss innerhalb der vergangenen fünf Jahre abgeschlossen worden sein
– Die berufs- und arbeitspädagogischen Qualifikationen laut der Ausbildereignungsprüfung (AEVO) müssen erworben sein
– Ein weiteres Jahr Berufserfahrung nach der erfolgreichen Ausbildung
Alternativ:
– Beim Fehlen einer erfolgreichen Berufsausbildung werden zwei weitere Jahre Berufserfahrung benötigt

Die Prüfungsverordnung für den IHK geprüften Industriemeister für Chemie erläutert zusätzlich alle weiteren Möglichkeiten um in Einzelfällen eine Prüfungszulassung zu erwirken, falls bestimmte Voraussetzungen nicht erfüllt werden konnten.

Inhaltlich bauen die beiden Teile der Prüfung aufeinander auf. Der Bereich der fachrichtungsübergreifenden Basisqualifikationen beschäftigt sich mit grundlegenden Kenntnissen. Im zweiten Bereich der handlungsspezifischen Qualifikationen beschäftigt sich die Prüfung mit vertiefenden Inhalten und einem individuell wählbaren Qualifizierungsschwerpunkt. Zusätzlich wird die berufliche und arbeitspädagogische Eignung vorausgesetzt – auch bekannt als Ausbildereignungsprüfung.

Folgende Aufgaben müssen erfolgreich bewältigt werden können:

– Überprüfung von Ausbildungsvoraussetzungen und Planung der Ausbildung
– Vorbereitung der Ausbildung und Mitwirkung beim Einstellen der Auszubildenden
– Durchführung der Ausbildung
– Dem Auszubildenden zu einem erfolgreichen Ausbildungsabschluss verhelfen

Die Prüfungen selbst sind in mehrere Klausuren gegliedert. Diese bestehen zum Teil aus Situationsaufgaben, welche schriftlich gelöst werden müssen und einem mündlichen Fachgespräch. Die Prüfung für den IHK geprüften Industriemeister für Chemie findet zweimal jährlich, im Herbst und im Frühling, statt.

Die einzelnen Sachgebiete des Lehrplans werden in Klausuren, situationsbezogenen Aufgaben und einem Fachgespräch gemäß dem Rahmenlehrplan abgefragt. Die Prüflinge können sich mittels Lehrbüchern, und Prüfungsfragen von vergangenen Jahren vorbereiten. Fernstudienanbieter bieten Seminare zur Vorbereitung auf die Prüfungen, welche Lernstände überprüfen und Prüfungstraining anbieten. Als weitere Lernhilfe stehen Foren oder Lerngruppen zur Verfügung.

Die Prüfung gilt ab der Schulnote „ausreichend“ als bestanden. Werden einzelne Prüfungsteile nicht bestanden, können diese einzeln wiederholt werden. Jeder bestandene Teil einer Prüfung bleibt erhalten, auch wenn einzelne Teile wiederholt werden müssen. Nach dem erfolgreichen Abschluss stellt die IHK ein Zeugnis über die Berufsbezeichnung „geprüfter Industriemeister Chemie (IHK)“ aus. Dieses wird auf Wunsch auf Englisch oder Französisch ausgehändigt.